Weshalb ein JA zur Kirchensteuerinitiative nicht die Apokalypse bedeutet

 Am 18. Mai wird über die Abschaffung der Kirchensteuer für juristische Personen im Kanton Zürich abgestimmt. Unsere Initiative sorgt für kontroverse Diskussionen im Bereich der Trennung von Kirche und Staat. Im Vorfeld zur Initiative wird von Kritikern der Untergang der Kirche und die nahende Apokalypse prophezeit. Viele dieser Kritiker scheinen sich jedoch nicht bewusst zu sein, dass der Kanton Zürich längst nicht der einzige Kanton ohne Kirchensteuerpflicht wäre (AG, AR, BS, GE, VD, SH). Im Kanton Wallis können Gemeinden selber darüber entscheiden und in den Kantonen Tessin und Neuenburg ist die Kirchensteuer für juristische Personen fakultativ. Nun werden jedoch fehlende Sozialleistungen der Kirche als bevorstehende „Dürren“ vorausgesehen. Es scheint aber in den anderen Kantonen problemlos zu funktionieren. Die wichtigen und unbestrittenen sozialen Dienstleistungen können ganz offensichtlich auch ohne diese Zwangsabgabe finanziert werden. Es gibt keinen Grund weshalb es im Kanton Zürich anders aussehen soll. Oder traut es sich denn die stolze Institution der Kirche im Kanton Zürich nicht zu, unter gleichen Voraussetzungen wie z.Bsp. im Kanton Aargau und Basel die gleiche Leistung zu erbringen? Worin besteht dann der Sinn, diese Absurdität weiter zu unterstützen, dass nicht religiöse Institutionen eine Abgabe entrichten, die auf dem Glauben basiert? Deshalb kommt nur ein klares JA für die Kirchensteuerinitiative in Frage.   Silja Guggisberg, Vorstandsmitglied Jungfreisinnige Säuliamt