Um es gleich vorweg zu gestehen: Die folgenden Worte wurden inspiriert durch Philipp Müller, FDP-Parteipräsident, der anlässlich eines hervorragenden Gespräches mit René Zelle (Ressortleiter NZZ Schweiz) vergangene Woche von der FDP Metmenstetten eingeladen wurde. Die Schweiz ist einweltweit einmaliges Erfolgsmodell: Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 4.4%, der durchschnittlicheSchweizer verdient Fr. 5‘800.- und uns Jungen steht der Zugang zu einem hervorragendenBildungs- und Arbeitsmarkt weit offen.

Es gibt unzählige Gründe für unsere Spitzenposition in
fast allen Bereichen. Zwei wichtige Faktoren sollen hier herausgegriffen werden: Die liberalen
Rahmenbedingungen wirtschaftlicher Tätigkeit und die gute Sozialpartnerschaft. Leider haben

die „Banker“ und „Topmanager“ in der jüngsten Vergangenheit das soziale Klima in der Schweiz
massiv vergiftet. Jahrzehnte lang hatten sie grossen Anteil am Wohlstand und der Finanzierung eines
grossen Teils der Schweiz. Nun aber hat der Wind gekehrt. Die Bürger sind wütend und die jüngsten
Ereignisse rund um die Boni- und Antrittsentschädigungen sind nicht nachzuvollziehen. Es brodelt
im Bauch. Man möchte seinem Ärger freien Lauf lassen und „diesen Abzockern“ eins reinwaschen.
Es geht um Emotionen. Es ist jedoch weither eine anerkannte These, dass in Emotionen keine
wichtigen Entscheide gefällt werden sollten. Wer wütend ist, sollte eine Nacht darüber schlafen.
Denn was heute in der Emotion entschieden wird, hat starke Auswirkungen auf Morgen. In diesem
Falle ist „Morgen“ die Zukunft von uns Jungen. Die heutigen Fehler müssen von uns mühselig
ausgebadet werden. Ein über Jahrhunderte sorgfältig aufgebautes Erfolgsmodell kann über Nacht
zerstört werden. Die Minder-Initiative hat das sicherlich noch nicht getan. Die kommenden beiden
linksradikalen Initiativen (Mindestlohn und 1:12) aus tiefst roten Kreisen, die nur dank den jüngsten
Ereignissen überhaupt erst Salonfähig wurde, haben jedoch zweifelsfrei die nötige Sprengwirkung,
um unser ganzes liberale Erfolgsmodell zu zerstören. Die inhaltliche Diskussion wird noch kommen.
Auch wir werden uns wieder an Sie adressieren und bessere Lösungen vorschlagen. Die Arena über
die 1:12-Initiative hat gezeigt in welche Richtung sie gehen wird: Emotionale Argumente ersticken die
Sachlichen.

Deshalb bitten wir Sie, in der kommenden, höchst emotionalen Debatte um diese beiden Initiativen, Ihren
Blick und Ihren Zorn nicht nur auf diese paar Hundert Topmanager der paar Dutzend Firmen zu
richten, sondern auf die 1.5 Millionen Jungen Schweizerinnen und Schweizer, dessen Zukunft Sie
bestimmen und mit einem Ja massivst verschlechtern. Demut war schon immer eine schweizer
Tugend.


Remo Hablützel, Co-Präsident Jungfreisinnige Säuliamt