Auswirkungen der Minderinitiative abwarten Am 24. November stimmen wir über die 1:12 Initiative der Juso ab. Das Löhne wie solche von Herrn Vasella und co. Unverständnis und Wut auslösen ist verständlich. Auch ich verstehe solche Saläre nur bedingt. Jedoch ist die 1:12 Initiative der falsche Weg. 

Nicht der Staat oder wir haben darüber zu entscheiden, wer wie viel verdient. Das soll der tun, dem dieses Geld gehört - der Eigentümer. Aus diesem Grund hat das Volk mit Hilfe der Minderinitiative den Eigentümern/Aktionären mehr Macht zugesprochen. Man hat also bereits eine Lösung für das Problem dieser “überrissenen” Löhne gefunden. Der angebliche Selbstbedienungsladen der Manager, wie die Initianten es nennen, wird mit dem Inkrafttreten der Minderinitiative Anfang 2014 zu Ende sein. Des Weiteren sollte man nun Zuerst abwarten, welche Auswirkungen dieses Gesetz hat, bevor man schon wieder ein neues Gesetz einführt. Sollte “Minder” wider Erwarten nicht zu einer Veränderung beitragen, so kann man zu einem späteren Zeitpunkt immer noch über weitere Massnahmen diskutieren.

Mit einem Verbot erreicht man nichts

Ein Verbot, wie es die Initiative der Juso vorsieht, kann jedoch in keinem Fall das Ziel sein. Verbote sind schädlich und können einfach umgangen werden ­ insbesondere in der Wirtschaft. Will die Schweiz im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig bleiben, müssen wir den Unternehmern die Freiheit lassen, selbst zu entscheiden. Wenn es aus ihrer Sicht notwendig ist, ein Lohn über dem 1:12 Verhältnis zu zahlen, dann sollen sie dies auch tun dürfen.

Die Schweiz ist kein Versuchslabor

Über die Auswirkungen der 1:12 Initiative wurde im Verlauf des Abstimmungskampfes heftig diskutiert. Keiner weiss genau, was bei einer Annahme passiert. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die negativen Folgen bei einer Annahme überwiegen. Die Behauptung der Initianten, dass die unteren Löhne bei einer Annahme steigen und die Lohnsumme gleichbleibt, halte ich für Humbug. Auch wenn wider Erwarten die Lohnsumme gleichbleibt, hat man aufgrund der Steuerprogression Ausfälle bei den Steuern. Sinkt jedoch die Lohnsumme hat man nicht nur Ausfälle bei den Steuern, sondern auch bei den Sozialwerken. 

Diese Ausfälle würden zu einem wesentlichen Teil auf den Mittelstand abgewälzt. Zudem hat 1:12 nicht nur Auswirkungen auf die Löhne der Topmanager, sondern auch auf das Höhere und Mittlere Kader der von 1:12 betroffenen Unternehmen. Die Schweiz ist kein Versuchslabor für sozialistische Experimente. Zudem ist die Initiative 1:12 unnötig, weil man mit “Minder” bereits ein Gesetz zur Bekämpfung der Lohnexzesse verabschiedet hat. Darum empfehlen die Jungfreisinnigen Säuliamt ein Nein zur 1:12 Initiative am 24. November.

Alain Schwald

Vorstandsmitglied der Jungfreisinnigen Säuliamt